Disziplinen

Hier stellen wir Ihnen einmal die Kurzwaffendisziplinen vor, die auf unserem Schießstand trainiert werden.

Wir beginnen mit den am meisten ausgeübten Disziplinen in unserer Abteilung.

Kleinkaliber-Sportpistole mit Revolver und selbstladenden Pistolen und der Zentralfeuerpistole mit Revolvern und selbstladenden Pistolen in unterschiedlichen Kalibern.

Ebenso Gebrauchspistole und Gebrauchsrevolver und Luftpistole.

Da vielen von Ihnen die Luftpistole als Wettkampf und olympische Disziplin sicher bekannt ist, werden wir diese Disziplin hier nicht mehr besonders beschreiben und deshalb die KK-Pistole, Zentralfeuerpistole und Gebrauchspistole / Gebrauchsrevolver näher vorstellen.

Die Kleinkaliber-Sportpistole

Zugelassen sind Revolver und selbstladende Pistolen im Kaliber 5,6 mm Randfeuer (.22 lfb). Das Abzugsgewicht muss mindestens 1360 g, für Damen 1000 g, betragen. Der Lauf der Sportwaffe darf nicht länger als 153 mm und die Visierlänge (Kimme/Korn) nicht länger als 220 mm sein. Optische Zielhilfen sind nicht erlaubt.

Die Waffe wird einhändig gehalten. Der Griff kann in einem vorgegebenen Rahmen orthopädisch geformt sein.

Vor Beginn des Präzisionsschießens ist eine Probeserie von 5 Schuss in 5 Minuten erlaubt. Danach beginnt das Präzisionsschießen mit sechs Serien zu je 5 Schuss in 5 Minuten.

Vor Beginn des Duellschießens ist eine Probeserie von 5 Schuss entsprechend dem Duellprogramm erlaubt. Beim folgenden Duellschießen werden für jede der sechs Serien zu je 5 Schuss die Scheiben 5-mal für je 3 Sekunden dem Schützen zugedreht. Bei jeder Zudrehung der Scheiben darf nur 1 Schuss abgegeben werden. Die Schießzeit beim Duellschießen wird vom Augenblick des Zudrehens bis zum Augenblick des Wegdrehens der Scheibe gerechnet (3 Sekunden). Die Zeit zwischen dem Augenblick des Wegdrehens bis zum Zudrehen, beträgt 7 Sekunden. Die Armhaltung darf während des Wegdrehens der Scheibe 45 Grad nicht überschreiten. Die Scheibenentfernung beträgt 25 m.

Die Zentralfeuerpistole

Zugelassen sind Revolver und selbstladende Pistolen im Kaliber 7,62 – 9,65 mm (.30 – ,38), keine Magnum-Munition.

Diese Disziplin entspricht der vorher beschriebenen Kleinkaliber-Sportpistole.

Die Gebrauchspistole

Hier werden zwei Kaliber unterschieden. Einmal Kaliber 9 mm Parabellum (Luger) und .45 ACP.

Kaliber 9 mm Parabellum (Luger)

Zugelassen sind alle Pistolen (keine Revolver) im Kaliber 9 mm Parabellum (Luger).
das Abzugsgewicht muss mindestens 1000 g betragen; Das Gewicht der Waffe, einschließlich Munition und Magazin, darf 1,5 kg nicht überschreiten. Der Lauf der Waffe nicht länger als 153 mm sein. Die Waffe darf ein- oder beidhändig gehalten werden.

Optische Zielhilfen wie Leuchtpunktvisiere oder ähnliches sind nicht gestattet.
Die verwendete Munition muss einen Mindestimpuls von 250 aufweisen. Dieser errechnet sich nach der Formel:

0,1 mal Geschossgewicht in Gramm mal Geschwindigkeit in m/sec.

Bei Wettkämpfen werden Munitionskontrollen durch entnahme von 6 Patronen durchgeführt. Unterschreitet der Mindestimpuls die geforderten Werte, so wird der Schütze bei diesem Wettkampf disqualifiziert.

Nach 5 Probeschüssen werden 4 Serien a 5 Schuss in jeweils 150 Sekunden auf eine Przisionsscheibe, anschließend 4 Serien a 5 Schuss in jeweils 20 Sekunden auf eine Duellscheibe geschossen. Präzisionsschießen und Duellschießen werden zu einem Ergebnis zusammengerechnet. Die Scheibenentfernung beträgt 25 m.

Kaliber .45 ACP

Unterschied zu der vorher beschriebenen Disziplin ist der geforderte höhere Mindestimpuls von 300.

Die Gebrauchsrevolver

Hier unterscheidet man Kaliber .357 Magnum und .44 Magnum.

Kaliber .357 Magnum

Zugelassen sind alle Revolver (keine Pistolen) im Kaliber .357 Magnum. Der Mindestimpuls beträgt hier 350. Der Ablauf ist hier wie bei der Gebrauchspistole beschrieben.

Kaliber .44 Magnum

Der Mindestimpuls beträgt hier 450. Die Lauflänge darf bis 166 mm und das Gewicht bis 1550 g betragen. Der sonstige Ablauf wie vorher beschrieben.

Perkusionsrevolver, Perkusionspistole und Steinschlosspistole

Hier kommen meistens Repliken (Nachbau einer antiken Originalwaffe) zum Einsatz. Originale sind natürlich auch zugelassen. Als Treibladung kommt Schwarzpulver, abgefüllt mit für jeden einzeln abgemessenen und abgewogenen Menge, zum Einsatz. Loses Pulver darf nicht auf den Schießstand gebracht werden. Zündmittel sind mit einem funktionsfähigen Verschluss versehenen Behälter zum Stand zu bringen.
Hier sind noch weitere Bestimmungen nach dem Sprengstoffgesetz für den Schützen und den Aufsichtführenden vorgegeben.
Bei Meisterschaften werden 15 Wertungsschüsse abgegeben. Entfernung ist hier auch 25 m.

Um hier zu guten Ergebnissen zu kommen braucht man auch noch viel Erfahrung im Umgang mit Schwarzpulver, Zündmitteln, Bleikugeln und Schusspflastern.